| Berichte der Pioniere |
Christians BekehrungNicht immer sind es die Belehrungen der Missionare. die einen Menschen zum Evangelium bekehren. Bei Christian Knudsen zum Beispiel waren viel Liebe und Güte nötig, bis er ernstlich daran dachte. Mormone zu werden. Christian wurde im Jahre 1856 in Norwegen geboren. Er war vierzehn. als sein Onkel als Mormonenmissionar aus Utah in die Heimat zurückkehrte. Er belehrte Christians Eltern und Geschwister. Sie ließen sich taufen. Christian jedoch nicht. In der Schule hatte man ihn die Grundsätze seiner Landesreligion gelehrt, und deswegen war er sehr verbittert, als sich die ganze restliche Familie der Kirche anschloß. Die folgenden Auszüge sind einem Bericht entnommen, der erst viel später entstand und der in den Archiven der Abteilung für Geschichte der Kirche zu finden ist. Dieser Bericht beschreibt, wie die Erlebnisse, die Christian als fast sechzehnjähriger Junge hatte, ihn dazu bewegten, schließlich das Evangelium anzunehmen. Damit seine Geschichte leichter zu lesen ist, wurden geringfügige Änderungen vorgenommen. Was nicht mit der Bekehrung zu tun hat, wurde nicht wiedergegeben.
Inn Jahre 1870 kam der Bruder meiner Mutter, Mons Andersen, als Mormonenmissionar zu uns. Er brachte ansässige Alteste mit, und sie hielten Versammlungen bei uns zu Hause ab. So wurden Vater und Mutter zur Kirche bekehrt. Bald danach beschlossen sie. nach Utah zu ziehen. Ich jedoch war nicht einverstanden damit. Ich ging damals in die Pfarrschule. und dort überprüfte man, wie gut wir die Bibel kannten. Die Ältesten nahmen Anstoß an der Auslegung der Schriftstellen, die ich anführte, aber anstatt mich zu bekehren, erweckten sie damit recht bittere Gefühle gegen den Mormonismus in mir. Schließlich kam der Tag, wo meine Eltern ihren Besitz verkauften und der Aufbruch nach Utah vor der Tür stand. Aber ich war verbittert und wollte nicht mitgehen. Als sie sahen, daß ich nicht wollte, versuchten sie mit allen Mitteln, mich zum Auswandern zu überreden. Sie erreichten gerade das Gegenteil damit. Mir war noch gar nicht völlig zum Bewußtsein gekommen, daß unser Besitz verkauft war und daß es kein Zuhause mehr für mich gab. Die Leute, die unser Haus gekauft hatten, waren schon eingezogen, und wir mußten die letzte Nacht bei unserem Nachbarn verbringen. Zuletzt willigte ich ein, bis Christiania (dem heutigen Oslo). der Hauptstadt Norwegens, bei ihnen zu bleiben. Das waren ungefähr 140 Kilometer. Also verließen wir am achtzehnten Juni 1872 unser Zuhause, um nach Utah zu ziehen. Wir waren sechs in unserer Familie: Vater, Mutter. die siebzehnjährige Agnete, der zwölfjährige Mathias, die achtjährige Christine und schließlich ich, der damals fünfzehn war. Ein Mann kam mit Pferd und Karren und nahm unsere Schachteln und Kisten.,die Proviant. Kleidung und Bettzeug enthielten. Ein paar waren recht schwer, aber schließlich gelang es ihm, sie alle aufzuladen. Wir mußten gehen, aber das waren wir in Norwegen gewohnt. Wir mußten einen Weg von ungefähr elf Kilometern zurücklegen. bis wir zu einem Binnensee namens Mjösa kamen. Dort bestiegen wir einen kleinen Dampfer und fuhren ungefähr sechzig Kilometer, bis wir in Eidsvoll waren, der Stadt, in der die norwegische Verfassung entworfen worden war. Dort staunte ich sehr, denn ich hatte noch nie in meinem Leben einen Zug gesehen. Ich wußte nicht, was ich von all diesen Schienen halten sollte, und konnte mir nicht vorstellen, wie ein Zug von einem Gleis auf das andere gelangen konnte. Aber wir stiegen in den Zug, und bald waren wir in Christiania. Jetzt ist es an der Zeit, ein wenig darüber zu berichten, was dort geschehen ist. Bis dorthin hatte ich ja versprochen mitzukommen. Von der Station führte man uns zum Sitz der norwegischen Mormonenmission, Osterhausgaten Nr. 27. Während wir dort waren, hielt man eine Versammlung ab, und meine Eltern wollten, daß ich hineinginge. Aber ich wollte nicht. Ich sagte ja schon einmal.. daß ich verbittert war. Eine Dame war dort, die sah, daß ich nicht hineinging. Sie sagte: ,.Wenn das mein Sohn wäre, würde ich ihn durchhauen, bis ihm das Blut herunterrinnt." Ich hörte sie das sagen, aber ich dachte bei mir, daß sie ganz schön schnell laufen müsste. wenn sie mich erwischen wollte. So leicht ließ ich mich nicht kriegen. Meine Eltern wußten ja, daß ich nicht die Absicht hatte, weiter mit ihnen zu kommen, und meine Schwester Agnete wollte auch nicht mit, wenn ich nicht wollte. Aber meinem Vater gelang es schließlich doch, mich zum Mitkommen zu bewegen. Er ging in ein Hutgeschäft und kaufte mir und meinem Bruder Mathias einen schönen braunen Hut und gab ihn uns. Er sagte nichts, aber er sah betrübt aus. Als ich sah, daß meine Eltern betrübt waren, fiel mir ein, was ich in der Bibel gelesen hatte: „Ehre deinen Vater und deine Mutter, auf daß du lange lebest in dem Lande, das der Herr. dein Gott. dir geben wird." Ich willigte ein, mit ihnen zu ziehen. Daraufhin waren sie wieder froh gestimmt, und ich habe es nie bereut. Einen oder zwei Tage darauf bestiegen wir alle einen kleinen Dampfer nach Kopenhagen, der Hauptstadt Dänemarks. Da ich kein Mormone war, sang ich nicht mit und fühlte mich nicht so glücklich wie die anderen, aber ich konnte hören und sehen, daß sie sehr glücklich waren. Ich kann mich gut an eines der Lieder erinnern, die sie sangen. Nach einer ganzen Nacht auf dem Dampfer kamen wir am nächsten Tag in Kopenhagen an. Während der Nacht gab es keinen Platz zum Niederlegen, also kroch ich auf ein paar Getreidesäcke und suchte mir dort einen Schlafplatz. Während ich da oben behaglich schlief, waren meine Eltern und einige der anderen beinahe außer sich vor Angst um mich. Sie hatten nach mir gesucht, bis sie mich schließlich aufgegeben hatten. Sie wußten, daß es gegen meinen Willen war, mit ihnen zu kommen. Als ich hinunterkam, konnte ich aus ihrem Verhalten entnehmen, daß sie gedacht haben mußten, ich wäre über Bord gesprungen, obwohl sie das nicht aussprachen. Es machte sie sehr glücklich, als ihnen jemand mitteilte, daß er mich gesehen hatte und daß alles in Ordnung war. Wenn ich meinen Eltern niemals zuvor Freude bereitet habe, dann tat ich es sicherlich damals. In Kopenhagen angelangt, warteten wir, bis wir ungefähr 300 waren, die nach Utah auswandern wollten. Anthon H. Lund. kurz vor seinem Tod noch Ratgeber Präsident Heber .J. Grants, war unser Anführer. Wir verließen Kopenhagen und fuhren über die Nordsee nach Hull in England. Als wir in See stachen, war das Wetter schön, und die gleichen fröhlichen Lieder der Heiligen waren zu hören wie bei der Überfahrt von Norwegen nach Dänemark. Einige tanzten sogar. Aber bald setzte hoher Wellengang ein, und es dauerte nicht lange, bis einige zur Reling laufen mußten. Na, die fütterten die Fische! Ich lachte und fragte mich, was mit ihnen los war. Lange habe ich nicht gelacht, denn bald hatte es mich auch erwischt. Aber wir kamen sicher und wohlbehalten in Mull an, wo wir den Zug nach Liverpool bestiegen. Nach achtstündiger Fahrt waren wir in Liverpool und schifften uns auf dem Dampfer „Nevada" nach New York ein. Nach vierzehn Tagen hatten wir den Atlantik überquert. Ein Teil der Überfahrt war sehr stürmisch, und ich war die ganze Zeit seekrank. Aber wir kamen wohlbehalten in New York an. Dort stiegen wir in den 7.ug, um nach Utah zu fahren. Nach vier Tagen, nämlich am 17. Juli 1872. kamen wir spät am Abend in Salt Lake City an. Unser Führer. Anthon H. Lund, sagte, daß Viete von uns lbei der Ankunft am Bahnhof Verwandte und Freunde treffen würden, die uns zu sich nach Hause einladen wollten. Aber er riet uns: „Geht nicht gleich mit ihnen mit, denn ihr werdet alle zu einem Festessen eingeladen werden. Nehmt sie anstatt dessen zum Festessen mit." Es war ungefähr zehn Uhr am Abend. Ich kannte den Namen des Hauses nicht, aber es war so groß, daß wir uns alle zugleich an den Tisch setzen konnten. So weit ich mich erinnern kann, waren wir ungefähr 300. Alle außer mir waren hineingegangen, Ich jedoch dachte, ich gehörte nicht dazu. Alle anderen waren Mormonen, ich war keiner. Ich war ja immer noch recht verbittert. Aber da kam Bruder Lund heraus und sah, daß ich abseits stand. Er kam zu mir und fragte mich, wo meine Eltern wären. Ich sagte, sie wären hineingegangen, aber daß ich nicht dazugehörte. Daraufhin führte er mich beim Arm zur Tür und sagte auf dänisch: „Bitte geh doch hinein, du bist willkommen." Natürlich ging ich hinein. Es war das beste Mahl, das ich je gesehen hatte, es gab nur Gutes. Um Mitternacht waren wir endlich fertig mit dem Essen, aber die Tische waren immer noch voll von Köstlichkeiten. Wir sollten uns nur bedienen, es war alles für uns. Es kam niemand, der etwas von uns wollte, also blieben wir bis zum Morgen in dem Saal. Ich weiß nicht, was die anderen machten, aber ich legte mich auf eine Bank und schlief ein. Als ich aufwachte, schien die Sonne, und die anderen waren schon auf. Ich wartete nicht auf ein Frühstück, denn auf den Tischen gab es immer noch genug zu essen, und man hatte uns ja gesagt, daß wir nur zugreifen sollten. Das tat ich auch, und das Frühstück an jenem Morgen war genauso gut wie das vorangegangene Abendessen. Dann fingen wir zu überlegen an, was wir in einem fremden Land, dessen Sprache wir nicht beherrschten, eigentlich tun sollten. Wir hörten die Leute sprechen, aber verstanden nicht, was sie sagten. Schließlich kam jemand zu uns und sagte auf dänisch, daß wir ihm folgen mögen. Er führte uns zum alten Zehntengelände. Dort waren alle unsere Schachteln mit unserem Bettzeug und ein wenig Proviant. Dort verbrachten wir auch die nächste Nacht. Am folgenden Tag wollte ich mich ein wenig in Salt Lake City umschauen. Es war Sommer, und die Juniäpfel wurden gerade reif. Ich sah einige Apfel, die gut ausschauten. Ich konnte ja nicht um sie bitten, und wenn ich einen Apfel genommen hätte, ohne darum zu bitten, so wäre das reiner Diebstahl gewesen. Aber ich sah einen schönen roten Apfel unter dem Zaun liegen. Also bückte ich mich, hob ihn auf und ging weiter, als ein Mann „Stop” („Halt") rief. Zuerst dachte ich, er spreche norwegisch, denn ,.Stop" heißt auch auf norwegisch „Halt”. Da blieb ich natürlich stehen. Aber er ging hinter das Haus. Ich wollte weitergehen, aber er schien das zu sehen. Er schaute um die Ecke des Hauses und rief noch einmal „Stop”. Ich hatte Angst, denn ich wußte, ich hatte einen Apfel genommen, ohne zu fragen. Ich dachte, er wollte eine Peitsche holen, um mich zu bestrafen. Das wäre mir wahrscheinlich in Norwegen passiert. Aber anstatt die Peitsche zu holen, hatte er seinen Hut mit großen roten Äpfeln gefüllt. Ich ging zurück zum Tor, und er gab mir einen Apfel nach dem anderen, bis meine Hände sie kaum noch halten konnten. Er sagte etwas auf englisch zu mir, was ich nicht verstand. Aber er machte Zeichen mit den Händen und gab mir zu verstehen, was er meinte. Ich sollte die Apfel in meine Tasche stecken, denn ich hatte große Taschen in meiner Jacke. Und er gab mir den ganzen Hut voller Apfel. Dieses Erlebnis machte einen unglaublich großen Eindruck auf mich, den ich nie vergessen habe. Ich hatte einen Apfel genommen, und anstatt mich dafür zu bestrafen, gab man mir einen ganzen Hut voll davon. Bis zu jenem Zeitpunkt war ich immer noch verbittert gewesen, aber um ehrlich zu sein, das Erlebnis, das ich hatte, und die Gastfreundschaft, die ich am Abend zuvor genossen hatte, ließen meine bitteren Gefühle völlig verschwinden. Nichts hätte mich mehr beeindrucken können als das. Eine gute Tat spricht eine deutlichere Sprache als jedes gesprochene Wort. Ich ging zurück zum alten Zehntengelände, wo ich meine Eltern, meinen Bruder und meine Schwester traf. Ich war überglücklich, daß ich ihnen einige Apfel bringen konnte. Sie wußten, daß ich kein Geld hatte, um welche zu kaufen, daher sagten sie: „Du bist stehlen gegangen!” Ich aber sagte: „Ein Mann in der Stadt hat mir die Äpfel gegeben." Sie sagten, daß hier in Utah die Leute besser sein müssen als in Norwegen. Ich begann das auch zu glauben. Mein Onkel Mons Andersen hatte uns gesagt, daß wir zu seiner Familie nach Lehi kommen müßten. Am gleichen Abend brach ein Fischer nach Lehi auf, um dort durchzufahren, und sagte, er könnte zwei von uns mitnehmen. Also fuhren meine Mutter und mein Bruder Mathias mit ihm. Dann würde jemand kommen, um die anderen zu holen. Mit dem Zug konnten wir nicht fahren, denn die Schienen waren damals noch nicht bis Lehi verlegt. Also blieben wir bis zum nächsten Tag auf dem Zehntengelände. Aber niemand kam. Erst am übernächsten Tag, den 20. Juli 1872, kam ein Mann namens Mathias Petersen mit einem brandneuen Pferdefuhrwerk aus Lehi, um uns zu holen. Wir waren sehr, sehr glücklich. Wir schafften es bis an den Stadtrand von Sandy und übernachteten dort. Am nächsten Tag, den 21. Juli 1872, einem Sonntagmorgen, kamen wir in Lehi an. Jetzt muß ich ein wenig über diesen Tag erzählen. Wie ich schon sagte, kampierten wir über Nacht an der Straße, ungefähr auf der Höhe von Sandy. In der Früh war es sehr schön, und wir wollten etwas essen, bevor wir weiterfuhren. Wir waren fünf, und wir hatten etwas Weizenbrot mit. In einiger Entfernung lag ein Bauernhaus, und Mathias Petersen, unser Fahrer,ging hinüber, um zu fragen, oh wir etwas Milch zum Trinken bekommen könnten. Bald kehrte er zurück, begleitet von einer Dame mit einem großen Krug süßer Milch. Ich hatte zum erstenmal in meinem Leben über Nacht kampiert, und auch Weizenbrot und süße Milch probierte ich zum erstenmal. Ich werde nie vergessen, wie gut mir das schmeckte. Ich war erfüllt von Freude. Was für ein guter Mensch war doch diese Dame, die uns die Milch gebracht hatte! Damals dachte ich, daß alle Leute in Utah Mormonen wären, also war ich überzeugt, daß sie auch Mormonin sein mußte. Meine Einstellung zum Mormonismus wurde immer positiver. Es war ungefähr gegen elf Uhr, als wir vor dem Haus Mons Andersens vorfuhren. Schwester Christine Andersen kam heraus, um uns willkommen zu heißen. Sie umarmte uns alle, einen nach dem anderen, und küßte uns Neuankömmlinge. Als ich an der Reihe war, kam mir das alles sehr fremd vor, und ich wußte nicht, wie ich mich verhalten sollte. Aus irgendeinem Grund lief ich aber nicht davon. Eine Gruppe von Nachbarskindern und älteren Leuten umringte uns und schüttelte uns die Hände. Ich glaube, sie hießen uns ebenfalls willkommen, aber ich verstand damals noch kein Wort Englisch. Die Kinder waren in der Sonntagsschule, kamen aber bald nach Hause. Auch sie küßten uns als Leichen des Willkommens, und langsam gewöhnte ich mich schon daran. Sie taten aber auch wirklich alles, daß wir uns wie zu Hause fühlten. Ein anderes Ereignis trug auch dazu bei, daß ich der Kirche näherkam. Es war zu der Zeit, als viele Obstsorten und Beeren gerade reif waren: Erdbeeren, Stachelbeeren und ein paar Apfelsorten. Alle, die Schwester Andersen gekannt haben, wissen, wieviel Liebe und Güte sie ausstrahlte. Sie sagte: „Geht hinaus und eßt soviel ihr wollt." Wenn ich nicht gewußt hätte, wie sie ist, hätte ich nie geglaubt, daß das ihr Ernst war. Aber es war ihr Ernst. Etwas war hier anders als in Norwegen. Es zog mich immer stärker zur Kirche hin. Ich hatte noch keine Zeit gehabt, darüber nachzudenken, wie ich mir in einem fremden Land, dessen Sprache ich nicht verstand, meinen Lebensunterhalt verdienen sollte. Am Morgen des 26. Julis 1872, es war ein Freitag, kam ein Mann zu Mons Andersen, der einen Jungen zur Feldarbeit brauchte. Er hieß Peter Petersen. Er zahlte mir acht Dollar pro Monat. Ich arbeitete zwanzig Monate für ihn. In dieser Zeit geschah einiges, was erzählenswert ist. Es war damals üblich, daß Neuankömmlinge noch einmal getauft wurden. Also sagte Karen Petersen, Peter Petersens Frau, zu mir: „Es wird heute einige Taufen geben. Spann die Pferde an, und führe die Leute, die getauft werden sollen, hinunter zum Mühlteich. Und du laß dich auch gleich taufen.” Ich sagte ihr, daß ich die Leute gerne hinunterführen würde, daß ich selbst jedoch noch nicht zur Taufe bereit wäre. Im Winter nach unserer Ankunft fing ich an, in die Schule zu gehen, um ein wenig Englisch zu lernen. Ich war schon vorher mit Mons Andersens Söhnen in die Sonntagsschule gegangen. Eischa Pack war damals der Lehrer. Die Kinder lasen nacheinander aus der Bibel vor. Immer wenn ich mit dem Lesen an der Reihe war, las Bruder Pack für mich, und es gab keine Verzögerung. Ich war sehr froh darüber, obwohl ich nicht einmal verstand, worüber gesprochen wurde. Jedenfalls gefiel mir die Sonntagsschule immer besser. Schwester Karen Larsen Petersen wurde krank und starb am 7. Februar 1873. Das setzte meiner Schulzeit vorläufig ein Ende. Aber ich hatte zumindest schon ganz gut lesen gelernt. Nun hatte ich angefangen, das Evangelium zu studieren und um eine Antwort zu beten. Ich kannte die Antwort, die Jesus dem Nikodemus gegeben hatte. Im dritten Kapitel des heiligen Evangeliums das Johannes finden wir: „Wahrlich, wahrlich, sag ich dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen." Am 30. August 1873 wurde ich also von Mons Andersen in Lehi in die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage getauft und von Abraham Lossee konfirmiert. Gordon Iring, Juli 1978 22:23 - 22.4.2008
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