| Berichte der Pioniere |
Auszug aus dem Tagebuch der Jane GroveEines Morgens machten wir uns bereit, um Himbeeren
sammeln zu gehen. Der alte Vater Tanner spannte zwei Pferde vor einen leichten
Wagen, und die beiden Schwestern Lyman, seine kleine Enkelin und ich kletterten
auf den Wagen, und los ging die Fahrt. Als wir am Wald angekommen waren,
machten wir Bruder Tanner den Vorschlag, sich etwas auszuruhen, während wir
Beeren pflücken würden.
Nach kurzer Zeit hatten das kleine Mädchen und ich mich von den anderen ein wenig entfernt. Plötzlich hörten wir laute Rufe. Rasch eilten wir zu Vater Tanner, um zu sehen, was los sei. Einige Indianer hatten sich mit lautem Schreien zusammengerottet, während sich noch andere hinzugesellten. So stiegen wir schnell in den Wagen, um fortzufahren, aber vier Indianer hatten bereits den Wagen ergriffen, und zwei andere hielten die Pferde am Zaumzeug fest. Ein Indianer kam in den Wagen, um mich herauszuholen. Nun begann ich mich zu fürchten und fragte Vater Tanner, ob ich laufen und Hilfe holen sollte. Er sagte: „Nein, mein armes Kind, es ist zu spät.” Vater Tanners Gesicht war weiß wie Schnee! Die Indianer hatten damit begonnen, seine Uhr und sein Taschentuch wegzunehmen, während ein anderer versuchte, mich aus dem Wagen zu ziehen. Als ich mich verzweifelt wehrte, sprach ich ein stilles Gebet und flehte um Hilfe. Da fiel der Geist des Allmächtigen auf mich, und ich erhob mich mit großer Macht und sprach zu den Indianern in ihrer eigenen Sprache. Sie ließen den Wagen und die Pferde los und standen vor mir, während ich mit der Macht Gottes zu ihnen redete. Sie beugten ihren Kopf und sagten ja auf eine Weise, die mich wissen ließ, was sie meinten. Vater Tanner und das kleine Mädchen schauten in sprachloser Verwunderung zu. ![]() Ich erkannte unsere Situation. Die Indianer hatten vor, Vater Tanner umzubringen, den Wagen zu verbrennen und uns Frauen als Gefangene mitzunehmen. Als ich aufgehört hatte, zu ihnen zu reden, schüttelten sie uns alle die Hand. Sie gaben alles zurück, was sie Vater Tanner weggenommen hatten. Vater Tanner schenkte ihnen dann sein Taschentuch. Gerade zu dieser Zeit kamen die anderen beiden Frauen zurück, und wir fuhren so schnell es ging nach Hause. Der Herr hatte mir folgende Worte in den Mund gelegt: „Ich vermute, Krieger, ihr wollt uns töten. Wißt ihr nicht, daß der Große Geist euch beobachtet und alles weiß, was ihr in eurem Herzen denkt? Wir sind hierher gekommen, um einige der Früchte des Vaters zu sammeln. Wir sind nicht gekommen, um euch zu schädigen; und wenn ihr uns verletzt oder auch nur ein Haar unseres Hauptes krümmt, wird der Große Geist euch zu Boden schlagen, auf daß ihr kläglich umkommt. Wir sind wie ihr von unseren Heimen vertrieben worden und sind hierher gekommen, um euch Gutes zu tun, und nicht, euch zu schädigen. Wir sind das Volk des Herrn, und ihr seid es. Aber ihr müßt davon ablassen, zu morden und böse zu sein. Der Herr hat kein Gefallen daran, und er wird euch nicht segnen, wenn ihr damit fortfahrt. Ihr glaubt, dieses Land gehöre euch, das Holz, das Wasser und all die Pferde. Euch gehört nichts auf dieser Erde, nicht einmal die Luft, die ihr atmet. Dies alles gehört dem Großen Geist.” :Jane Grover, Juli 1973 17:59 - 18.5.2008
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